Die Deutschen Heimatführer - Band 8 "Rheinland"

Die Deutschen Heimatführer - Band 8 - Rheinland

Abdruck von Seite 257:

Lay. Ew: 950.

Verkehrsangebot: Eisenbahn: Station ist Güls (Lay gegenüber) der Strecke Koblenz-Trier. Der "Verkehrswagen" verbindet Koblenz und Lay fahrplanmäßig und mit Sonderwagen.

Auskunft: Verkehrsverein

Geschichte: Vor den Toren von Koblenz, am rechten Ufer der Untermosel, dort, wo sie in ihrem Lauf am schmalsten ist, liegt Lay, so genannt nach dem gegenüberliegenden nackten Felsmassiv, das scharf und weit in die Flußenge vorspringt. Hart am Ufer erglänzt das schwarze Gebälk der Fachwerkhäuser. Dahinter dehnen sich Hügel an die Baumgärten, dunkel als Krone eine mächtige Kuppe, das Grün des 7000 Morgen großen Koblenzer Stadtwaldes. Lay ist auf dem rechten Ufer der Mosel zwischen Treis und Koblenz der einzige Ort, der schon dem ersten Jahrtausend dieser Zeitrechnung angehört. Am 20. Mai 1016 schenkte Kaiser Heinrich II. dem Kloster Kaufungen u.a. den Ort Legia (Lay). Als Zeugen aus alter Zeit stehen heute noch: der Marienstätter Hof, die "Burg", der Siegburger Hof, der Laacher Hof (1716 umgebaut), der Jesuitenhof, der Kaufunger, der Staudtsche Hof (die heutige Löwenburg). Durch Überschwemmungen und Eisfahrten hat der Ort schon manches Mißgeschick erfahren (Hochflut von 1741). Vgl. auch Brentanos ergreifende Schilderung "Eisgang 1830". Furchtbar war die Not während des Dreißigjährigen Krieges, die Raubzüge der Spanier, die Plackererein der Kaiserlichen, der Franzosen. Erbärmlich hausten 1796 die Sansculotten, die auf dem Layer Berg ihr Lager hatten. Seit dem 19. Jahrh. war Ruhe in Lay. Erst die Besatzungszeit nach 1918 brachte neue Drangsale. Ausflüge der Besatzungstruppen und deren Ausschweifungen und Roheiten mußten die Layer Bürger über sich ergehen lassen. Zur Separatistenzeit in der Nacht vom 7. auf den 8. Nov. 1923 überfiel eine bewaffnete Horde den Ort, brach in verschiedene Häuser ein, riß die friedlichen Bürger aus den Betten und plünderte und raubte, was nicht niet- und nagelfest war. Eine an dem folgenden Tage gebildete Bürgerwehr bewahrte den Ort vor weiteren Plünderungszügen.

Sehenswert: Lay, das Dorf an der Lay, dem nackten Fels an der Moselkrümme, ist das Paradies der Kirschblüte.

Ausflüge: Herrliche Spaziergänge durch den Stadtwald, nach der Karolahöhe, den Forsthäusern, zum Kühkopf, Schloß Stolzenfels, durch das Kondertal usw.

Sport: Baden, Rudern und Angeln.

Unterkunft: Nachweis durch Verkehrsverein