Die Jugendfeuerwehrkapelle trägt ihren Namen zu Recht: Über 90% unserer Aktiven sind unter 20 Jahre jung. Und zur Layer Feuerwehr gehören wir auch!
Die instrumentale Ausbildung kann für die Kinder manchmal zur Durststrecke werden; dauert es doch in der Regel rund zwei Jahre, bis die ersten musikalischen Gehversuche im Gesamtorchester unternommen werden können. Dennoch bleiben die meisten mit Eifer bei der Sache - und das ist in erster Linie unserer integrierenden Jugendarbeit zu verdanken. Von Beginn an kann jeder Musikschüler bei unseren verschiedensten Aktivitäten mitmachen: Im Zeltlager oder beim Pizzaessen kann er oder sie die zukünftigen Orchesterkameradinnen zwanglos kennen lernen. Bereits vor dem Eintritt in den großen Klangkörper wird das Zusammenspiel mit den anderen Instrumentengruppen im Vororchester trainiert.
Alles in allem scheint dieses Konzept nicht neu zu sein, und doch ist es bei der JFK "halt etwas anders", …vielleicht liegt es daran, dass wir auch außerhalb des musikalischen Geschehens einen Teil unserer Freizeit gemeinsam verbringen - man denke an Video-, Pasta- und Maibowle-Abende, Geburtstage, Frühstückstreffen und andere Zusammenkünfte. Vielleicht liegt es auch an dem vom gegenseitigen Verständnis geprägten Verhältnis zwischen Jung und "Alt" (bewusst in Gänsefüßchen - da sich unsere Herren in den besten Jahren gerne augenzwinkernd als "Berufsjugendliche" bezeichnen). Auch nicht zu unterschätzen ist der Happening-Charakter diverser Proben, Ausflüge und Auftritte. Es kann dabei durchaus vorkommen, dass jemand Schwimmübungen im Gartenteich absolviert, auch mal eine Layer Straßenkreuzung von einem Stegreif-Dichterkreis blockiert oder eine Raststätte in Luxemburg mit einem kostenlosen Platzkonzert beglückt wird. Blindwütiger Event-Aktionismus ist dabei aber nicht gefragt, vielmehr ein bewusstes, wenn auch oft spontanes Gestalten gemeinsamer Zeit.
Natürlich steht die Musik bei uns an erster Stelle. Professionelle Aus- und Weiterbildung ist die tragende Säule des Vereins. So verfügt nahezu jeder Musiker über mindestens einen Lehrgangsabschluss, sieben Jugendliche sogar über das Leistungsabzeichen in Gold. Ein fester Stamm von 15 bis 17 Musikern nimmt jedes Jahr an der Probenphase und den Konzerten des Kreisjugendorchesters Mayen-Koblenz teil. Was jedoch letztendlich das recht bunte Ensemble aneinander bindet, ist eben dieses starke Wir-Gefühl. Mit Bernd Friedmann (38) wurde 2002 wieder ein Dirigent gefunden, der genau' dies musikalisch und menschlich zu fördern vermag. Und so befindet sich die JFK im 30. Jahr ihres Bestehens zugleich auf dem bisherigen Höhepunkt ihres Könnens und verzeichnet in einer Zeit, in der Vereine und Ehrenämter so gerne totgesagt werden, ihren Rekord an Aktiven.
Alois Knapp, Hellmut Rübel, Sepp Barth, Jörg Schäfer, Alfons Wambach, Karl-Josef Kollmann und Kurt Konrath waren 1973 die Gründungsmitglieder des Vereins. Helmut Rosenbach dirigierte den ersten Auftritt während unserer ersten Jahreshauptversammlung; Ewald Flöck verpflichtete man als ersten Dirigenten. Welches Bild von einem Orchester schwebte den "Männern der ersten Stunde" wohl vor? Gab es neben dem Idealismus auch Befürchtungen? Was würde realisierbar sein - und was nicht? Zwischen den ersten Tönen auf ausrangierten Instrumenten der Kevag-Betriebskapelle und dem diesjährigen Jubiläum liegen 6 Dirigenten, weit über 100 Aktive, 3 verschiedene Ausführungsgarnituren von Uniformen, dazu ungezählte Proben und Auftritte. War die Entwicklung auch oft starken Schwankungen unterworfen, so hat sie doch eines gezeigt: Das meiste ist realisierbar, wenn nur genügend Menschen daran glauben. Aus den sieben von damals sind heute fast sechzig geworden. Und der Name wurde zum Programm.